Donnerstag, 7. Oktober 2010

Hexenmedizin

Ehrwürdige Alte oder auch ein junges Paar zünden den Feuerstoß an. Trockener Beifuss, das heilsame, »heiße« Kraut, das auf der ganzen nördlichen Hemisphäre in den Mittsommerfesten eine sakrale Rolle spielt, kam in das Feuer, so daß eine hohe, helle, violette Lohe entstand. Durch diese Lohe sprangen die Feiernden, einer nach dem anderen, einzeln oder händehaltend. Im Beifuss war die Göttin, die Frau Holle, die Artemis, die Dea-Ana oder wie immer sie genannt wurde, persönlich anwesend. Man sprang, bloß. mit Beifuss umgürtet, einen Gundermannkranz in den Haaren und etwas Eisenkraut in der Hand, durch die reinigenden Flammen von der einen Jahreshälfte in die andere. Im Gundermann und im Eisenkraut war der Gefährte und Buhle der Göttin, der Donnerer mit dem mächtigen Hammer, anwesend.

Zitat aus dem Buch Hexenmedizin von Wolf-Dieter Storl und Co Autoren: Claudia Müller-Ebeling und Christian Rätsch

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