Freitag, 20. Mai 2011

Zwischenstand im Strandhaus 3

Mein Geburtstag liegt etwas zurück und ich bekam über 70 Glückwünsche aus ganz Deutschland und den Niederlanden. Ich denke zurück an die vergangene Zeit und dem was nun folgt.

Bis Dezember sind noch einige Monate Zeit und ich fange an mein Leben zu reorganisieren. Im Dezember wird dann entschieden ob ich dauerhaft weiter Rente beziehe oder nicht. Im Moment bin ich nun seit 03-09-2008 mit 80-100 Prozent arbeitsunfähig.

Es geht mir eigentlich gut solange ich meinen Rhythmus leben und arbeiten kann. Physisch bin ich laut den Ärzten und Therapeuten auf dem Stand eins Mittzwanzigers, also ist alles mehr als in Ordnung. Ich fahre aus dem Stand mühelos 150 - 200 km per Tag mit dem Rad und kann danach noch Party machen. Meine Gewichtsprobleme habe ich auch unter Kontrolle bekommen. Von 2001 ehemals 55kg auf nun körpergerechte 74kg.

Die Psyche. Psychisch reise ich gerade durch die Jahrzehnte und versuche alles Verdrängte aufzuarbeiten. Die ewigen Kriege gegen Unrecht und auch Gewalt. Die Missverständnisse des Miteinanders welche mich in mein selbst gewähltes Asyl getrieben haben. Die Langeweile welche im Miteinander besteht. Das Unverständnis der restlichen Welt welche aus Oberflächlichkeit erwächst. Das Unverständnis gegenüber dem Minimalismus weil man nicht bereit ist etwas aufzugeben. Vielleicht erwächst dies auch aus der Angst vor dem dahin scheiden. Das man einfach etwas hinterlassen möchte und sei es nur Tand und künstliche Werte. Die Verkennung welche mich als etwas hinstellt was ich nicht bin.

Im August 2008 war der bisherige Weg an seinem Ende angekommen. Nach einem einschneidenden Freitoderlebnis welches mich im Dezember 2008 in der Notaufnahme erwachen ließ kam eine neue Erkenntnis. Das Erkennen dass mein Leben bisher nur im Anpassen an die Normen und gelegentliches Ausbrechen bestand. Die Erkenntnis dass ich den ganzen Tand welchen man so anhäuft nicht brauche. Die Erkenntnis dass mein Leben keine riesige Räume braucht meine handwerkliche Entfaltung schon. Das Erkennen dass "normale" Menschen auf einem anderem Niveau denken als ich.

Das Entschleunigen des Lebens war letztendlich einfach eine Sache die sich automatisch einstellte als ich begann nach meinem Rhythmus zu leben. Ich esse wenn ich Hunger habe. Ich schlafe wenn ich müde bin. Ich arbeite wenn ich denke dass es mir Spaß macht und ich demzufolge auch am produktivsten bin. Ich arbeite solange es mir Spaß bereitet unabhängig von Tageszeiten und sonstigen künstlichen Normen.

Seit dem ich weiss dass ich meinen Drogenhaushalt im Kopf regulieren kann lebt es sich etwas leichter. Früher habe ich dieses ewige Dämmergefühl immer mit Energy Drinks bekämpft und sehr viel Zucker. Süssigkeiten esse ich heute noch extrem viel und trinke extrem viel Cola.

Die Erkenntnis dass mein Kopf anders funktioniert als bei anderen Menschen macht vieles auch plausibler. Wo ich früher immer dachte ich hätte sonst etwas und das plötzliche in tiefen Schlaf fallen wäre normal, kann ich heute besser steuern.

Das Strandhaus 3 hat nur 16 Quatratmeter. Dazu kommt noch eine Werkhalle von knapp 80 Quatratmetern wo ich kreativ sein kann und auch sehr laut Musik hören kann. Musik das lebenserleichternde, beflügelnde aneinanderreihen von Tönen.

Lebensmotto ist nach wie vor, dass alles in Balancé sein möchte und Gerechtigkeit aus Balancé erfolgt. Frieden muss bewaffnet sein damit man nicht dem Räuber zum fraß fällt. Wenn man jeden so behandelt wie man selbst behandelt werden möchte braucht es auch keine weiteren Gesetze. Regeln erwachsen aus Gewohnheit.

Pläne... Wenn ich wirklich dauerhaft in Vorruhestand gehen sollte, werde ich als erstes meine Wohnung auflösen und nur noch reisen und mich treiben lassen. Bis dahin ist auch mein Camper fertig umgebaut um den Strapazen der unbefestigten Wege zu trotzen.

Frauen? Bisher lebe und reise ich alleine.


1 Kommentar:

Bianca hat gesagt…

hey, war seit einiger zeit mal wieder auf deinem blog... was ich lese ist mir so vertraut, nur das ich nicht die gabe habe es so in worte fassen zu koennen... ich verstumme eher wenn ich solche erkenntnisee gewinne... letzte nacht erschien deine mutter in meinem traum, was auch immer sie da zu suchen hatte... dein video ist ebenfalls sehr schoen... hast du nicht wieder mal einen guten musiktipp fuer mich ?
du fehlst mir so sehr und die voraussagung, dass du wieder auf reisen gehen willst, traegt nicht zu meiner zufriedenheit bei :(
hab dich wahnsinnig lieb...